Vor 10 Jahren entstand die Idee, eine Bildungsreise zu den Wurzeln der osteopathischen Medizin zu unternehmen. Nach den beiden erfolgreichen postgraduierten Fortbildungen mit Zachary Comeaux DO (US) in Offenburg wurde diese Vision geboren. Doch persönliche und globale Hindernisse verzögerten die Umsetzung. Im Oktober 2024 war es dann endlich so weit: Eine 10-köpfige Reisegruppe unter der fachlichen Leitung von Zachary Comeaux begab sich auf eine 10-tägige Tour durch die USA. Mit 2 Mietwagen legten wir über 2500 Meilen zurück, durch 9 Bundesstaaten: von der Geburtsstätte Dr. A.T. Stills in Virginia bis zu seinem Grab in Kirksville, Missouri, und zur dort ansässigen Andrew Taylor Still University (ATSU).

Die Reisestationen
Unsere Route führte uns zu zahlreichen Orten, die in direktem oder indirektem Bezug zum Leben und Wirken von Dr. Andrew Taylor Still standen. Auf dem Weg gen Westen machten wir Halt in:
- Abb’s Valley, Virginia: Hier wurde Dr. Stills Urgroßvater James Moore bei einem Angriff der Shawnee entführt.
- Lee County, Virginia: Geburtsort von Dr. Andrew Taylor Still (6. August 1828).
- Cumberland Gap National Park, Tennessee: ein historischer Pass durch die Appalachen, den die Familie Still auf ihrem Weg nach Westen vor rund 180 Jahren nutzte.
- Cahokia Mounds State Historic Site, Missouri: eine bedeutende prähistorische Ausgrabungsstätte.
- Saint Charles, Missouri: erste Hauptstadt des Bundesstaates Missouri (1821–1826) und Heimat des „Lewis and Clark Museums“.
- Lawrence, Kansas: Hier besuchten wir die Constitution Hall, in der Dr. Still 1857 als Delegierter die Lecompton-Verfassung unterzeichnete.
- Kirksville, Missouri: der Ursprung und der Gründungsort der Osteopathie und bedeutendstes Ziel unserer Reise. Im „Museum of Osteopathic Medicine“ der ATSU führte uns Jason Haxton (MA, DO h.c.) durch die Schatzkammern der osteopathischen Geschichte.
Unsere Rückreise von Kirksville führte uns durch die Staaten Illinois, Indiana und Ohio zurück nach Lewisburg, wo wir die Reise mit einem weiteren Workshop abschlossen.
Workshops und fachlicher Austausch
Zu Beginn und am Ende der Reise fanden Workshops an der West Virginia School of Osteopathic Medicine (WVSOM) statt. Unter der Leitung von Zachary Comeaux konnten wir dabei tief in seine osteopathischen Ansätze und Techniken eintauchen. Highlights waren:
- Einblick und Vertiefung in Zacharys neues Buch „Osteopathic Mastery“ (2023). Er erörterte die Hintergründe seiner Ideen und gab einen Ausblick auf die Entwicklung der Osteopathie.
- Oszillationstechniken und die Arbeit mit dem originalen Percussor von Dr. Fulford. Zacharys präzise und beeindruckende Behandlungsmethoden hinterließen bei uns allen einen nachhaltigen Eindruck.

Neben den fachlichen und historischen Inhalten bleibt uns v. a. die sehr gute und intensive Gruppendynamik, der disziplinäre Austausch und das gemeinsame Reisen in bester Erinnerung.
Ein riesiges Dankeschön gilt allen Teilnehmenden: Dr. Fabio Schröter DO (Italien), Orietta de Alessandri sowie den VOD-Mitgliedern und SC-Absolventen Oliver Arens DO, Jean-Pierre Besse DO, Sonja Herzog-Besse, Jutta Moret, Hannah Schmidt, Melanie Walinski und insbesondere Zachary Comeaux DO (US). Ohne ihn wäre diese Tour nie entstanden.
Bei Interesse an weiteren Informationen zur Reise oder zukünftigen postgraduierten Fortbildungen mit Zachary freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme.
Dieser Reisebericht ist als Fachartikel erschienen in: Wittchow R. Reisebericht. DO – Deutsche Zeitschrift für Osteopathie 2025; 23: 42–43. DOI 10.1055/a-2415-0356 · ISSN 1610-5044 · © 2025 Thieme, Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart.
